Korneuburg (Niederösterreich): Reihenhäuser

239

Projekt 239

Städtebau

Die Grundstücke wurden in Längsrichtung in drei Funktionsbereiche geteilt: ein Zufahrtsweg, eine Gebäudezeile und ein Gartenbereich. Die Erdgeschosszone der Reihenhäuser erstreckt sich fast über die gesamte Länge des jeweiligen Grundstücks. Darauf aufgesetzt liegen im Obergeschoss die Wohnräume als einzelne Baukörper zwischen Terrassen. Dadurch wird einerseits auf eine benachbarte Reihenhausbebauung (in westlicher Richtung) Bezug genommen, ohne insgesamt in ähnlicher Massivität in Erscheinung zu treten, andererseits nimmt die Kleinteiligkeit der aufgesetzten Wohnzimmer Bezug zu den Einfamilienhäusern der Umgebung. Der Bau selbst tritt in seiner Fernwirkung damit als kleinteilig und durchlässig in Erscheinung.

Die Wohnzimmer sind leicht in Richtung Osten verdreht und orientieren sich so mit ihrer verglasten Südfront fast genau zur Sonne und (als Fernblick) zum Kahlenberg bei Wien bzw. in Richtung Ortszentrum von Korneuburg.

An der Zufahrtsstraße befinden sich Besucherparkplätze und eine Solartankstelle sowie der Technik-, der Müll- und ein Fahrradraum. Die interne Erschließungsstraße ist eine „Spielstraße“ und die Privat-Pkw können direkt vor der Haustüre abgestellt werden.

Architektur

Es wurde eine einfache (und damit kostengünstige) lineare Architektur mit Spannweiten von max. 5 m gewählt, sodass die Struktur für unterschiedliche Bauweisen geeignet ist. Über einen offenen Windfang gelangt man in einen kleinen Vorraum und weiter in einen Flur, der den Schlaf- und Sanitärbereich erschließt. Eine gerade Stiege führt in das Obergeschoss. Das Wohnzimmer öffnet sich in Richtung Süden (zur Terrasse), und durch ein Eckfenster auch nach Osten. Ein Küchenfenster gibt den Blick nach Westen (zum Eingangsbereich) frei.

Quergestellte Holzschuppen im Norden der jeweiligen Gärten bieten einen Sichtschutz gegenüber dem jeweiligen Nachbarn dieser Wohnanlage.

Energie – Ökologie

Die Bebauung ist durch ihre geradlinige Form im Erdgeschoss sehr kompakt (geringe Energieverluste) und im Obergeschoss zur passiven Nutzung der Sonnenenergie optimiert. Die Dachneigung ist über dem Wohnraum diagonal in Richtung Nordosten geneigt. Dadurch ist dieser Baukörper jeweils dort am niedrigsten, wo der Abstand zum dahinterliegenden Nachbar-Wohnraum am geringsten ist, sowie am höchsten, wo der Abstand zum nächsten Gebäude am größten ist. Dies ermöglicht eine gute Besonnung im Winter. Außerdem erlaubt die Ausführung nur einer Dachrinne je Wohneinheit.

Die Ausführung der Gebäudehülle erfolgt in Passivhausqualität. Ein zentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung pro Wohneinheit ermöglicht ein einfaches Installationskonzept.

Zur Wärmeversorgung wird in diesem grundwasserreichen Gebiet eine Brunnenanlage vorgeschlagen, die über eine Wärmepumpe Wärme für Heizung und Warmwasser liefert und im Sommer über eine Bauteilaktivierung auch zur Kühlung beiträgt.

Jede Wohnung erhält eine Photovoltaik-Anlage (ca. 22 m²), die gleichzeitig als Sonnenschutz dient.

Projektnummer
239
Status
Entwürfe
Planung
Georg W. Reinberg
Auftraggeber:in
Rodler & Company Immobilienholding GmbH
Planungsbeginn
2007
Grundstück
2.868 m2
Nutzfläche
930 m2
Umbauter Raum
5.528 m3