Klosterneuburg (Niederösterreich): Haus Dr. G.

45

Projekt 45

Das Gebäude befindet sich auf einem Nordhang mit sehr schönem Ausblick (Donau, Bisamberg, Wien). Da das Gebäude für eine alleinstehende Person und zusätzliche temporäre Wohnzwecke geplant ist, besteht es aus zwei unterschiedlichen Baukörpern. Einem dreigeschoßigen Baukörper, der im Wesentlichen aus einem zweigeschoßigem Wohnraum und einer Schwimmhalle besteht. Der Wohnraum enthält eine Galerie (als Schlafplatz) und darunter einen Essplatz. Dem Essplatz ist eine Küche und der Galerie eine Garderobe und eine Naßeinheit angeschlossen. Dieser Bauteil erhält Licht aus allen vier Himmelsrichtungen. Der zweite angeschlossene Baukörper zur temporären Nutzung besteht im Obergeschoß aus zwei Zimmern, Bad und WC und einem Vorraum, der als Küche nachgerüstet wurden kann sowie im Erdgeschoß aus einer Garcionerre und Lagerräumen.

Diese beiden Baukörper stehen an einer gemeinsamen Wand. Der „Annex“ an der unteren Seite und der ständig bewohnte Teil „darüber“.

Das zweigeschoßige Wohnzimmer in diesem „oberen“ Bauteil hat an der „gemeinsamen Wand“ große Panoramafenster, um den schönen Ausblick freizugeben. Entsprechend der Himmelsrichtung (Norden) sind diese Fenster aus hochwärmedämmenden Gläsern. Gegen Süden ist dem Wohnraum ein dreigeschoßiger Wintergarten vorgesetzt und das Gebäude ist in diese Richtung großzügig geöffnet, um das Sonnenlicht den ganzen Tag durch das gesamte Gebäude fließen zu lassen.

Sämtliche Dachflächen können genutzt werden und sind untereinander und mit dem Wohnbereich durch eine außenliegende Wendeltreppe verbunden.

Der Erschließungsweg beginnt an der Straße mit einem überdachten Vorplatz und bewegt sich um eine Wasserfläche auf die „große Wand“ des Gebäudes zu. Entsprechend der Hanglage wird das Gebäude im Kellergeschoß (Ebene des Hallenbades) erschlossen, wobei schon von der Eingangstür aus eine Sichtverbindung (durch die Schwimmhalle und den Wintergarten) in den südlichen Garten besteht.

Der Stiegenaufgang liegt an der „großen Wand“ und erschließt jeweils halbgeschoßig einmal den Annex und das nächste Mal das Hauptgebäude. Ein Teil des Stiegenhauses kragt erkerförmig aus der nord-westlichen Wand, so daß das Gebäude für die Kehrtwendung im Stiegenlauf gleichsam verlassen und wieder betreten wird. In diesem „Erker“ befindet sich auch eine zweite Zugangsmöglichkeit (so daß die zwei Wohneinheiten auch völlig getrennt genutzt werden könnten).

Das begehbare Dach erlaubt einen spektakulären Rundblick. Das Gebäude wurde aus Ziegel errichtet und mit 14 cm außenliegenden Kork gedämmt und verputzt. Der Wintergarten enthält eine automatisierte Abluftanlage, die die gesammelte Sonnenwärme in die Schwimmhalle bringen kann. 20 m2 Warmwasserkollektoren liefern Warmwasser und unterstützen die Heizung. Die Niedertemperaturheizung ist in die Wandflächen (teilweise Lehmputz) integriert. Das Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und genutzt.

Projektnummer
45
Status
Bauten
Planung
Georg W. Reinberg, Marta Enriquez Reinberg, Uschi Holzinger,
Auftraggeber:in
Privat
Baubeginn
1994
Fertigstellung
1995

Fotos

Baustelle

Pläne